REFERENTEN  
     
Hans-Christian Prestien
Familien- und Jugendrichter a.D.,
Anwalt des Kindes

10.03.2014 | 14:15 - 18:15 Uhr | Workshop
Das Kind im Blick - Qualitätssicherung bezüglich
der Interessenvertretung von Kindern und
Jugendlichen in familiengerichtlichen Verfahren

 

 

 

 

 
     
     

Kursinhalt:

Wir alle haben Eltern.
Wir alle sind von deren Bindungs- und Pflegeverhalten geprägt.
Während sich der Begriff Elternschaft rein formal eindeutig erklären lässt, versteht wohl jeder etwas Anderes darunter, wenn es um die Ausübung, bzw. Einforderung von Elternschaft geht.
Für die optimale Entwicklung von Kindern ist die Fürsorge, Zuwendung und Förderung beider Eltern notwendig. Dabei sind die Eltern in ihrer Unterschiedlichkeit einmalig, für das Kind unersetzbar.
Das Recht des Kindes auf Eltern sind Grundrechte, die im Verfahren im Mittelpunkt stehen müssen. Ihre inhaltliche Wahrung ist alleinige Legitimation, in elterliche Verantwortungen einzugreifen. RECHT = Interesse des Kindes. „Kindeswohl“ ein dafür unbrauchbarer Begriff.
Der Streit von Eltern, der eine gemeinsame, am Kind orientierte Erziehung einschränkt oder ausschließt, ist zugleich eine objektive Verletzung des Kindesrechts und so schnell wie möglich aufzulösen.
Das WIE einer gerichtlichen Intervention ist einem strengen Verhältnismäßigkeitsgrundsatz unterworfen. Inhaltliche Beschneidungen der elterlichen Kompetenz durch fehlerhafte Gerichtsbeschlüsse verstärken die Gefährdung.

Die Wahrung der Kindesrechte verlangt u.a. eine qualifizierte Anwaltschaft für Kinder.


 
 
Vita
   

Vater von 4 Töchtern und Großvater von 5 Enkelkindern, war ab 1977 Familienrichter „der ersten Stunde“. Bis 2009 sammelte er als Familien- und Jugendrichter, Rechtsanwalt und nach der Wende erneut als Familienrichter Erfahrungen im Umgang mit Kindern, Jugendlichen und ihren Familien, die in persönliche oder familiäre Notlagen geraten waren. Als vorlegender Richter und Sachverständiger war Hans-Christian Prestien für den Deutschen Kinderschutzbund maßgeblich an der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur fortdauernden gemeinsamen Sorge nach Scheidung der Eltern beteiligt.

Im Interesse einer psychologisch und pädagogisch an den jeweiligen Kindesbedürfnissen ausgerichteten Arbeitsweise der MitarbeiterInnen in Justiz und Jugendämtern hat Hans-Christian Prestien bereits in den frühen achtziger Jahren als Vorstandsmitglied des Deutschen Kinderschutzbundes eine interdisziplinäre, unabhängige „Anwaltschaft des Kindes“ konzipiert. Zur deren Realisierung hat er zusammen mit dem Dipl.-Psychologen Prof. Dr. Wolfgang Klenner und anderen Fachleuten 1983 den Verband Anwalt des Kindes gegründet.