REFERENTEN  
     
Nancy Borchert
Diplom-Pädagogin, Mediatorin, Verfahrensbeiständin

11.03.2014 | 11:00 - 12:30 Uhr | Workshop
Entwicklungspsychologische Beratung
in der Verfahrensbeistandsschaft

 

 

 

 

 
     
     

Kursinhalt:

Der Workshop rückt Babys und Kleinkinder , als Betroffene im Familienrecht, in den Mittelpunkt. Es soll ein Überblick über die Entwicklungspsychologische Beratung (EPB) gegeben werden, wobei die praktische Anwendung als Methode deutlich im Vordergrund steht. EPB ist eine resourchenorientierte und videogestützte Beratungsform, welche es ermöglicht krisengeschüttelte Eltern im Konflik wertschätzend zu begleiten und für die Bedürfnisse ihres Kindes zu sensibilisieren. Diese Sensibilität verlieren Eltern, welche sich in existetiellen Krisen befinden, oft aus den Augen. Kinder durchleiden bei Trennung und Scheidung ebenfalls Krisen. Auch für sie bricht eine Familie auseinander und sie müssen sich oft sehr schnell an völlig neue Situationen (Umzug, Umgang, neue Lebenspartner etc) gewöhnen. Trennungskinder sind besondere Kinder und haben besondere Bedürfnisse. Die EPB ermöglicht es aus meiner Sicht wunderbar, Eltern diese Bedürfnisse aufzuzeigen und gemeinsam Strategien für einen Umgang damit zu finden. Dabei rührt die Nutzung kurzer Videosequenzen die Emotionalität der Eltern an und ermöglicht es somit, eine Basis für gemeinsame lösungsorientierte Elterngespräche zu schaffen. Alle Eltern möchten, dass es ihren Kindern gut geht. Daher sind sie meist sehr aufgeschlossen, Wege zu finden welche ihnen den Trennungsprozess - auch bei Hochstrittigkeit -erleichtern. Besonders schwierig ist es aber nicht nur für betroffene Eltern die Bedüfnisse von Babys und Kleinkindern zu erkennen. Auch Professionelle sind häufig "mit ihrem Latein" am Ende, wenn es um das Alterspektrum von 0-6 Jahren geht. Diese Fachkräfte profitieren aus meiner Sicht ebenfalls von der EPB. Sie ist als "Nebeneffekt", von ausgebildeten EPB-FachberaterInnen angewandt, auch in Verfahren nach § 1666 BGB hilfreich.

 
 
Vita
   

Als Diplom Pädagogin bin ich seit April 2011 als Verfahrensbeiständin und Umgangspflegerin für diverse Amtsgerichte tätig.
Des Weiteren habe ich eine Ausbildung zur Mediatorin absolviert.
Seit Juni 2012 bin ich vollständig freiberuflich tätig, nachdem ich sieben Jahre in verschiedenen Bereichen der Beratung (Sozialdienst, Sozial Psychiatrischer Dienst, Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung, Entwicklungspsychologische Beratung) tätig war.
Bereits während meines Diplomstudiums der Erziehungswissenschaften an der Martin – Luther Universität Halle - Wittenberg ist mein ausgeprägtes Interesse für die Kinder- und Jugendhilfe stetig gewachsen. Dabei standen vor allem die interdisziplinäre Qualitätssicherung in der kooperativen Kinder- und Jugendhilfe, unter besonderer Betrachtung von Kindeswohl- und Kindeswohlgefährdung, sowie den damit verbundenen Herausforderungen für die pädagogisch/psychologische Praxis im Fokus. Zudem haben mich meine anschließenden Berufserfahrungen in meinem Wunsch bestärkt, die Ausbildung zur Verfahrensbeiständin zu beginnen.
In der Arbeit als Anwältin des Kindes ist es mir ein besonderes Anliegen, dessen Interessen unter der Berücksichtigung subjektiver Kindeswohlkriterien angemessen zu vertreten. Dabei ist meine Zusatzqualifikation zur Fachberaterin in Entwicklungspsychologischer Beratung (EPB) sehr hilfreich.

Auch wenn ich in meiner Funktion als Interessenvertreterin des Kindes parteiisch bin, sehe ich es dennoch als eine wesentliche und unabdingbare Aufgabe an, als Vermittlerin zwischen den elterlichen Parteien, eine für alle akzeptable Einigung zu erzielen. Die Notwendigkeit sowie Umsetzung von (deeskalierenden) Elterngesprächen liegt für mich in der Arbeit einer kindeswohlorientierten Interessenvertretung selbst begründet.